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Selbsthilfegruppe der Schmerzpatienten in Stadt und Landkreis Osnabrück |
| Rund um Osnabrück | 09.11.2009 |
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Die unermüdliche Aufklärungs- und Lobby-Arbeit der Gruppe zeige Wirkung, sagte Kornelia Böert, in der Gemeinde zuständig für die Jugend-, Familien- und Seniorenarbeit: „Osnabrück und sein Umland haben es besser als viele andere Regionen in Deutschland, denn hier beginnt das Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten, Kliniken und Physiotherapeuten zu funktionieren.“ Man könne nachlesen, dass anderswo in Deutschland Patienten mit Rückenschmerzen durchschnittlich von sieben Ärzten erfolglos behandelt würden, bis sie wirksam Hilfe bekämen. „Mit den Wallenhorster Schmerztagen wollen wir erreichen, dass die Patienten schnellstmöglich an die richtige Adresse geraten.“
Barlag wies darauf hin, dass tapferes Erleiden keine Tugend sei, die der Schmerzpatient anstreben sollte, denn: „Der Schmerz verselbstständigt sich, wenn die Schmerzursache nicht innerhalb von sechs Wochen diagnostiziert und behandelt wird.“ Im Gedächtnis werde dann der Schmerz gespeichert und die Schmerzempfindung weiterhin über die Schmerzleitbahnen gemeldet, nach Art eines Daueralarms. Das Schmerzgedächtnis könne später nur mit großen Bemühungen von Arzt, Therapeut und Patient gelöscht werden.
Frühzeitig und gezielt behandeln – in diesem Punkt waren sich alle Podiumsteilnehmer bei der Auftaktveranstaltung am Freitagabend einig. Nur wie? In der Runde mit Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst, Barlag, Böert und Ärzten verschiedener Fachrichtungen saß auch eine Heilpraktikerin. Esther Noel stellte ihre Schmerztherapie mit Blutegeln vor. „Keine Angst, das ist nichts Blutiges“, beruhigte sie das in Teilen skeptische Publikum und verwies auf Behandlungserfolge. Leider zeigten sich die Kassen bei der Kostenübernahme noch zugeknöpft. Die Schulmediziner in der Runde gestanden der Vertreterin der Alternativmedizin durchaus die Berechtigung zu, mit ihren Methoden ergänzend den Schmerz zu bekämpfen, getreu dem Grundsatz: „Wer hilft, hat recht.“
Bis zu 200 Zuhörer folgten den Einzelvorträgen am Samstagmorgen, die von Kopf bis Fuß verschiedene Schmerzregionen behandelten. Dr. Mshmond Abukhater, Oberarzt Neurochirurgie am Marienhospital, fokussierte auf den Rückenschmerz. Nach Art eines medizinischen Kolloquiums stellte er mit Röntgen- und MRT-Bildern unterschiedlichste Bandscheibenprobleme dar und ließ im Frage-und-Antwort-Spiel die Zuhörer entscheiden, ob man konservativ behandeln oder besser gleich operieren solle.
Es durfte auch mal gelacht werden. Der Orthopäde Dr. Thomas Eger sprach zum Thema „Wenn der Schuh drückt: OP, Einlagen oder was?“ Er bat eine Zuhörerin, ihren Schuh auszuziehen. Den ließ er allgemein begutachten. „Nun wollen wir mal sehen, ob Sie den Schuh nach meinem Vortrag immer noch tragen wollen.“