Selbsthilfegruppe der Schmerzpatienten

 in Stadt und Landkreis Osnabrück

   

Bericht im BürgerEcho vom

 
   

Chronische Schmerzen haben keinen Sinn …
Rückblick auf die Veranstaltungen zum Jubiläum und 5. Wallenhorster Schmerztag

                        Am 13. September 2005 konnten wir Gregor Schomaker, staatl. anerk. Krankengymnast, Praxis für ganzheitliche Krankengymnastik,  Wirbelsäulen- u. Gelenktherapie, Osnabrück im Ruller Haus, Wallenhorst - Rulle zu einem Vortrag zum Thema: "Kopf- und Ohrenmassage unter Einbeziehung der entsprechenden Akupunkturpunkte" begrüßen. Alle Anwesenden waren von den vielfältigen Möglichkeiten, selbst etwas für die Entspannung und zur Linderung der Schmerzen zu tun, überrascht. Gregor Schomaker zeigte allen Besuchern die entsprechenden Akupunkturpunkte und die richtige Massage.

                       Zum Thema "Welche Pharmaka bei chronischen Schmerzen?" sprach Dr. Wilmsen-Neumann, vom St. Raphael Krankenhaus in Ostercappeln am 15. September 2005 im Heimathaus Hollage, Wallenhorst - Hollage. Er definierte zu Beginn seiner Ausführungen den Begriff "Schmerz" und stellte die verschiedenen Medikamentengruppen zur Behandlung von Schmerzen vor. Dabei ging er besonders auf das Stufenschema der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ein, welches die Grundregeln der Schmerztherapie bildet. Starke chronische Schmerzen können nur mit Opiaten optimal behandelt werden. In Deutschland werden nur ein kleiner Teil der Patienten mit den entsprechenden Medikamenten versorgt. Dieses liegt zum Teil an der Meinung vieler Ärzte diese Mittel machen süchtig und zu einem Anderen an dem bürokratischen Aufwand bei der Verordnung dieser Präparate.

                        Im feierlichen Rahmen fand die Jubiläumsveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe „Mit Schmerzen leben“ am 16. September im Sitzungssaal des Wallenhorster Rathauses statt. Viele Gäste konnten vom 1. Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe, Dieter Barlag, und dem Schirmherrn der Veranstaltung, Bürgermeister Ulrich Belde begrüßt werden. Grußworte sprachen u.a. Prof. Dr. Wolfhard Winkelmüller aus Hannover, Prof. Dr. Winfried Hardinghaus vom Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln und im Auftrag von Landrat Manfred Hugo, Dr. Gerhard Bojara, Amtsarzt vom Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück.
Alle Redner lobten die Arbeit unserer Selbsthilfegruppe "Mit Schmerzen leben" und wiesen auf die therapeutische Wirkung von Selbsthilfegruppen hin.
Im Rahmen der Feierstunde überreichte die Marianne und Frank Kochmann-Stiftung in Verbindung mit der Bürgerstiftung Wallenhorst je zweihundertfünfzig Euro, für die Bewältigung der vielfältigen Aufgaben unserer Selbsthilfegruppe.

Den Festvortrag hielt Prof. Hardinghaus, er legte die Faktoren für das Auslösen von Schmerzen dar und die Auswirkungen von chronischen Schmerzen auf das Umfeld des Patienten, besonders das soziale Umfeld. Er brachte den Zuhörern die 3 Säulen der Schmerzbehandlung nahe. Hier wird neben Bewegung und Training, und dem Einsatz von Medikamenten, auf die Behandlung der Seele und des Umfeldes Wert gelegt.

Der 5. Wallenhorster Schmerztag am 17. September 2005 stand ganz im Zeichen der chronischen Schmerzen und wurde moderiert von Dr. Thomas Eberbach, Osnabrück. Prof. Dr. W. Winkelmüller begann seine Ausführungen mit einem Rückblick auf seine Zeit in der Paracelsus-Klinik in Osnabrück. In dieser Zeit wurden auch die Grundlagen der modernen Schmerztherapie festgelegt. Die ersten implantierbaren Medikamentenpumpen wurden für die Schmerzreduzierung eingesetzt. Weiter führte er aus, das es bei der Behandlung von chronischen Schmerzen in Deutschland immer noch große Defizite gibt, so wurden im Jahr 1998 von den erkrankten Patienten nur ca. 40 % effektiv behandelt und im Jahr 2002 ist der Anteil nur auf 47,6 % angestiegen. Der Gesetzgeber, die Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenhäuser und Kliniken sowie besonders die Ärzte sind gefordert hier eine schnelle und wirksame Abhilfe zu schaffen.

Ein Beispiel der Möglichkeiten einer guten Zusammenarbeit mit allen Gremien konnte Prof. Dr. M. Mohadjer aus Freiburg präsentieren. Prof. Mohadjer ist Leiter des Interdisziplinären Schmerzzentrums am Neurozentrum der Universität Freiburg. In diesem Zentrum arbeiten die Fachrichtungen Anästhesie, Neurologie, Neurochirurgie, Orthopädie, Psychiatrie und Umweltmedizin mit 20 Personen, darunter 5 Ärzten, eng zusammen, um für die Patienten die optimale Versorgung zu erreichen.

Denn chronische Schmerzen haben keinen Sinn, keine Funktion, wie der normale Schmerz, der eine Warnfunktion für eine Bedrohung des Körpers und der Seele ist.

Nach einer lebhaften Diskussion endete ein gelungener Vormittag. Die Besucher der Veranstaltung sprachen sich für eine Fortsetzung der Schmerztage und der Vorträge aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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