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Kombi - Analgetikum bei akuten Schmerzen
Tablette mit Tramadol und Paracetamol / Schmerzstillende Wirkung der
Einzelsubstanzen verstärkt sich gegenseitig
AACHEN (sip). Eine Fixkombination aus Tramadol und Paracetamol zur Therapie bei mäßigen bis starken Schmerzen soll voraussichtlich noch dieses Jahr in Deutschland auf den Markt kommen. Ein Vorteil: Die Einzelsubstanzen verstärken sich in ihrer analgetischen Wirkung und können niedriger dosiert werden.
Das neue orale Präparat setzt sich aus 325 mg Paracetamol und 37,5 mg
Tramadol zusammen und ist vor allem für Patienten mit akuten Schmerzen gedacht. Durch die Zugabe von Paracetamol könne die
Dosis des Opioids bei ähnlicher Wirksamkeit reduziert werden. Somit seien weniger unerwünschte
Wirkungen zu erwarten, sagte Dr. Elmar Friderichs vom Unternehmen Grünenthai beim
Schmerzkongress in Aachen. Und: Die Patienten müssten nur noch eine Tablette einnehmen und nicht
zwei verschiedene Präparate. Das sei ein Vorteil für die Compliance. Zudem sei eine Fixkombination
günstig, da Einzelsubstanzen ungewollt im Verhältnis zueinander nicht richtig dosiert würden. Das
Verhältnis von 1:10 bei dem neuen Präparat sei dagegen optimal. In einer Studie mit 452 Patienten hatte sich die neue Kombination als ähnlich analgetisch wirksam
erwiesen wie die etablierte Fixkombination Codein/Paracetamol, es traten aber signifikant seltener
Schläfrigkeit oder Verstopfungen auf. Dr. Serge Perrot, Rheumatologe an einer Klinik in Paris, stellte
die Studie mit Patienten mit Rücken- oder Arthroseschmerzen vor. 302 erhielten 22 Tage lang die neue
Kombination, die übrigen die Kombination 105 mg Codein plus 1054 mg
Paracetamol, und zwar im Mittel jeweils 3,5 Tabletten am Tag.
Für
die Praxis empfiehlt Dr. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut aus Berlin,
maximal zwei Tabletten alle sechs bis acht Stunden zu verordnen. Allerdings
könne unterhalb dessen individuell vorgegangen werden. In den USA ist das
neue Präparat bereits als Ultracet™ im Handel. In Deutschland soll es
frühestens im September auf den Markt kommen.
Bericht der Ärzte Zeitung vom 16. Januar 2003