Zement in der Wirbelsäule

Bericht im Osnabrücker Sonntagsblatt,  Seite 7,  Nr. 12,  vom 23. März 2003

Statt Schrauben: Neues Verfahren am Marienhospital macht „Wirbelsäulenpatienten“ schmerzfrei.

Zement statt Schrauben: Das Marienhospital Osnabrück (MHO) verwendet ein neues Verfahren, um Brüche in der Wirbelsäule zu behandeln. Sie können bei der Skeletterkrankung Knochenschwund (Osteoporose) schon durch kleinere Stürze oder aber auch ganz ohne äußere Einwirkung auftreten: In Deutschland leiden etwa 4,1 Millionen Menschen daran.

Die Behandlung war bisher schwierig, da Schrauben in den „weichen Knochen“ keinen Halt mehr finden. Daher mussten die Patienten mit oft chronischen Rückenschmerzen leben. „Mit dem neuen Verfahren können 80 bis 90 Prozent der Patienten wieder völlig schmerzfrei werden“, erläutert Privatdozent Dr. Uwe Joosten, Chefarzt der Klinik für Unfall, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

Mit einem winzigen Hautschnitt wird unter ständiger Röntgenkontrolle eine spezielle Hohlnadel in den Wirbelkörper eingeführt. Durch die kann dann der spezielle Knochenzement in den Wirbelkörper eingespritzt werden. Da kein größerer Eingriff für diese Methode notwendig ist, kann dieses sogar in örtlicher Betäubung erfolgen. Die ganze Prozedur dauert nicht einmal eine Viertelstunde. Der verwendete Zement haftet innerhalb weniger -Minuten, so dass der Wirbelkörper sofort stabil ist. – Zwar muss man bei der Einführung der Nadel am empfindlichen Rückenmark vorbei, das Verfahren ist jedoch bei erfahrenen Wirbelsäulenchirurgen sehr sicher, wie internationale wissenschaftliche Studien jetzt belegt haben. Sonst werden auf dem gleichen Weg Schrauben mit einem Durchmesser von 6 bis 7 Millimeter zur Stabilisierung in den Wirbelkörper eingebracht.

Bei der Zementeinspritzung wird indessen nur eine Hohlnadel von 3 Millimeter Durchmesser verwendet. „Das Risiko des Eingriffs ist also deutlich geringer“, so Dr. Joosten.

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